Donnerstag, 30. März 2006

Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln: alle Lehrer fordern Schließung

Man glaubt es kaum: Die Anzeichen häufen sich, dass Lehrer in einigen Schulen in Berlin die Gewalt nicht in den Griff bekommen. Die Lehrer der Rütli-Hauptschule in Berlin haben das Handtuch geworfen und fordern ernsthaft, ihre Schule zu schließen und die Schüler auf andere Schulen zu verteilen. Wohl vergeblich. Statt dessen wird ein Sozialarbeiter zur Unterstützung geschickt. Die Schulleiterin fällt wohl aus Krankheitsgründen auf Dauer aus und die Stellvertreterstelle ist seit längerem mangels Bewerbern unbesetzbar. Der Tagesspiegel berichtet ausführlich.

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1 Kommentar:

Michael Dreyer hat gesagt…

Die Antwort auf die Frage nach den Ursachen ist schnell gefunden. Sie liege in erster Linie in der sozialen Herkunft der Schüler und ihren mangelnden Perspektiven, heißt es. Marx hatte es so ausgedrückt: Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein. Doch Bewusstseinsentwicklung und ihre neurophysiologischen Grundlagen sind an bundesdeutschen Klassenzimmern sang und klanglos vorbeigezogen.

Haben die so genannten auffälligen, aggressiven, gewalttätigen Schüler vielleicht etwa Recht? Ist ihr Verhalten nicht der schon lange überfällige Aufschrei der Verzweiflung – Schule macht mich krank?
Wem kommt da nicht der Pink Floyd Hit „Another Brick in the Wall“ in den Sinn:“ Teacher, leave those kids alone.“

Dass Schule die Gesundheit der Lehrer gefährdet ist hinreichend bekannt. Die Symptome reichen vom Burn-Out-Syndrom, Herz-Rhythmusstörungen, über Depression, Angststörung bis zur Frühpensionierung.

Dass die übliche Erziehung und Bildung aber die körperlich-, geistig-seelische Gesundheit ihrer Schüler gefährden könnte, ist erstaunlicherweise bisher den Verantwortlichen nicht in den Sinn gekommen.